#4 – Lass uns auf die Suche gehen…

In dieser Episode erläutere ich dir meinen allergrößten Erfolg und wie ich dadurch gedanklich frei wurde, um meine Passion zu finden. Anhand einiger Gedankenanstöße möchte ich mit dir in den nächsten zwei Folgen deine wahre Leidenschaft finden.

Episodentext

Ich heiße dich herzlich Willkommen zum Lebenswert-Podcast; zu deinem Podcast, der den Wert deines Lebens festhält und dich zu einem neuen Bewusstsein deiner selbst begleitet.

Mein Name ist Nicole Brunner und in der heutigen Episode erläutere ich dir meinen allergrößten Erfolg und wie ich dadurch gedanklich frei wurde, um meine Passion zu finden.

Ich habe von erfolgreichen Menschen immer wieder gesagt bekommen: „Tu‘ das, was du gerne machst und du wirst Erfolg haben im Leben“. Den Spruch finde ich super und ich kann ihn dir nur ans Herz legen, denn er stimmt zu 100%.

Und nun kommt die Frage aller Fragen: Weißt du denn, was du gerne machst? Was ist deine Passion? Wofür brennst du? Was ist deine Leidenschaft?

Aus Gesprächen, die ich mit meinen Coachees und mit Freunden und Verwandten führe, in denen wir genau diese Fragen bearbeitet haben, konnte ich immer wieder heraushören, dass die eigene Leidenschaft, die eigene Passion, für die meisten Menschen sehr schwer zu identifizieren ist.

Ich erzähle dir nun eine Geschichte aus meinem frühen Erwachsenen-alter. Ich erzähle dir, wie ich mich aus dem Teufelskreis des Musterlebens befreien konnte und endlich auf den Weg kam, mich selbst zu finden.

Als ich damals mit 17 Jahren von zu Hause ausgezogen bin, musste ich neben der Schule arbeiten, um Geld zu verdienen. Ich jobbte zuerst jeden Tag nach der Schule in einer Putzfirma. In der Schule war ich immer seltener anwesend, da ich jetzt am wahren Leben teilnahm. Ich habe es genossen die Verantwortung für mein Leben zu übernehmen und machen zu können, was ich wollte. 

Ich traf in jeglicher Hinsicht meine eigenen Entscheidungen. Ich ging arbeiten, verdiente mein eigenes Geld und baute mir mein eigenes Leben auf, in das mit keiner reinquatschen konnte. Natürlich haben Schule und Lehrer in meinem Schema nicht wirklich Platz gehabt. Ich konnte entscheiden wofür ich mein Geld ausgebe, wann mich wer besuchen kommen darf, wann ich ins Bett gehe und wann ich aufstehe – das war das wundervolle Gefühl von Freiheit.

Ende der 12. Klasse hatte ich ein Gespräch mit meinem Vertrauenslehrer, welcher mir predigte, dass ich das letzte Jahr noch durchziehen soll und wieder regelmäßig in die Schule kommen muss. Ich muss euch sagen, dieser Lehrer und auch der Direktor dieser Schule, waren wirklich zwei wundervolle Menschen. Sie haben beide das Gespräch mit mir gesucht und haben mir keine Vorwürfe gemacht, sie kümmerten sich aufrichtig und wollten mich zur Besinnung bringen, wie sie es wohl nennen würden. Sie sind Lehrer, natürlich glauben sie an das Musterleben: Kindergarten, Schule, Studium, sicherer Job. Sie müssen ja dran glauben, sonst wären sie fehl am Platz.

Was sie sagten war für mich auf jeden Fall plausibel, denn ich müsste nur noch kurze Zeit durchhalten und dann hätte ich mein Abi in der Tasche. Also wechselte ich meinen Job und arbeitete nur noch am Wochenende in einer Bäckerei, damit ich unter der Woche meinen Fokus auf die Schule setzen kann. Was sollte ich denn auch anderes machen ohne Abi?

Ich fühlte mich wirklich sehr unglücklich mit der Situation. Ich war mittlerweile 18, fast 19 Jahre alt und überlegte mir, wie ich das denn schaffen soll zu lernen, ordentliche Noten zu schreiben und noch zu arbeiten, damit ich meine Rechnungen bezahlen kann? Wollte ich das alles überhaupt?

Ich kam in der Schule überhaupt nicht hinterher, die Themen interessierten mich auch einfach nicht. Ich verstand den Sinn hinter Integralrechnen nicht, genauso wenig glaubte ich, dass mich die geschwollene Sprache aus Goethe’s Faust weiterbringt im Leben. 

Ich konnte nicht mehr schlafen, hatte keine Regeneration. Auch Sport hatte ich zu dieser Zeit keinen mehr gemacht, da ich es nicht für möglich hielt, mich auch noch im Sport zu verausgaben und dann gar keine Energie mehr zu haben. Ich hatte also mein lebenslanges Hobby aufgegeben, das einzige, was mir eigentlich Spaß machte.

Merkt ihr, worauf das hinausläuft? Ich war in einem Teufelskreis gefangen – im Teufelskreis eines Musterlebens. Ich begab mich sogar in psychologische Behandlung, weil ich absolut erschöpft war und Hilfe dabei brauchte, mein Leben zu richten.

Das Beste, was mir passieren konnte war, dass dieser top geschulte Psychologe meine aktuelle Situation erstmal mit Antidepressiva und Schlaftabletten in den Griff kriegen wollte. 

Hör mal, ich möchte dieses Thema wirklich vorsichtig behandeln, da ich aber bin wie ich bin muss ich dir sagen, dass das, meines Erachtens nach, der schwachsinnigste Ansatz der Welt ist. „Top geschult“ war natürlich Ironie. Der Typ kannte mich doch nicht mal, woher wusste er, dass ich diese Mittel nicht missbrauche? 

Als ich mit meinem Anti-Depressiva-Rezept und meinen Schlaftabletten heimkam, habe ich sie direkt in irgendeine Schublade geschmissen und sie verschlossen. Dann bin ich raus an die frische Luft und ging spazieren, um nachzudenken. Der Wald und die frische Luft hatten schon immer eine Antwort für mich.

Was in den folgenden Stunden geschah weiß ich noch, als wäre es gestern gewesen. Ich kam heim und hatte einen gemütlichen Serien-Abend mit meiner Mitbewohnerin. 

Am nächsten Tag hätte ich eine essenzielle Mathe-Klausur geschrieben, bei der ich auf keinen Fall hätte unentschuldigt fehlen dürfen. Ich legte mich abends ins Bett und stellte meinen Wecker aus. Als ich am nächsten Morgen aufwachte war es 09:30h, ich hatte die Matheklausur also um eine Stunde verpasst. 

Total entspannt stand ich auf, machte mir einen Kaffee und rief in der Schule an. Die Sekretärin war so nett, mich mit meinem Direktor zu verbinden. Als er sich meldete begrüßte ich ihn mit einem freundlichen Lächeln in meiner Stimme, ich bedankte mich bei ihm von Herzen für seine Fürsorge und teilte ihm mit, dass ich mich von der Schule abmelden möchte.

Ich brauch dir wohl nicht erzählen, dass er aus allen Wolken fiel, genauso wie meine Familie, meine Freunde und mein gesamtes Umfeld. Und was glaubst du, welchen Shitstorm mich von meinen ehrenwerten Mitschülern erwartete? Von meinen vermeintlichen Freunden? 

Ich möchte mit dieser Geschichte niemanden dazu bewegen die Schule abzubrechen, im Gegenteil. Ich ermutige dich dazu, wenn du deine Passion gefunden hast, alles dafür zu tun, um diese ausleben zu können. Und wenn deine Passion nun mal ist, Menschen zu verarzten, dann solltest du auch dein Abi verdammt gut machen und Medizin studieren.

Ich war mir jedoch sicher, dass ich für das Leben, das ich führen möchte, kein Abi brauche! Denn alles was ich brauche, habe ich bereits in mir. Und das sagte ich dann auch dem Psychologen, als ich ihn anrief um alle weiteren Termine abzusagen.

Auch meinem Chef in der Bäckerei erzählte ich, dass ich die Schule abgebrochen habe und mir nun eine Ausbildung suchen möchte, aber noch nicht weiß, wohin mein Weg geht. Er schaute mich an und versicherte mir, dass ich auf dem Weg zu meinem Weg bin und so lange bei ihm als Vollzeitkraft arbeiten darf.

Ich habe viel gearbeitet, war sehr zuverlässig und habe auch öfters die ein oder andere Doppelschicht übernommen, um etwas Extra-Geld zu verdienen. Dieses Geld zu besitzen machte Spaß, es machte frei, vor allem gedankenfrei. Aber es erfüllte mich nicht. Was auch immer mich erfüllen sollte, dieser Job war es nicht.

Ich arbeitete direkt am Hauptbahnhof in Karlsruhe und habe viele bunte Menschen kennenlernen dürfen. Unter anderem lernte ich Gisela kennen, eine ganz liebe und verrückte ältere Dame. Sie sagte immer wieder, dass ich zu freundlich bin zu den Menschen und dass die meisten das gar nicht verdient haben. Als es um meine Ausbildungssuche ging fragte sie mich, was ich denn als Kind gerne gemacht habe? Ich sagte ihr dann, dass ich gerne Tiere von der Straße gerettet habe, wie Schnecken oder Käfer. Außerdem habe ich mich allgemein immer für das Wohl anderer eingesetzt und anderen gerne eine Freude bereitet. Gisela sagte damals zu mir: „Das dachte ich mir, eine Mutter Theresa. Mit deiner Willenskraft könntsch zwar einiges bewirken auf der Welt, aber reich wirsch dadurch auch ned. Lern was g‘scheit‘s.“

Gisela war nie die Einfühlsame, sie hatte selbst so viel erlebt und war, wie sie selbst sagte, abgestumpft. Ihre Frage und ihre Bemerkung regten mich jedoch zum Nachdenken an. 

Tag für Tag verzogen sich die Wolken vor meinem Gesicht und meine Sicht wurde immer klarer. Ich wurde mir meiner selbst immer bewusster.

Von meiner Kindheit an war ich eine kleine Mutter Theresa, ja, ich half Menschen und auch Tieren sehr gerne. Das Wohl anderer machte mich schon immer glücklich. Ich hatte auch immer ein unglaublich gutes Durchsetzungsvermögen und eine Willenskraft, die mich sogar beim Sparring gegen die Jungs gewinnen oder zumindest unentschieden boxen ließ. Und dazu kam meine Zuverlässigkeit bei der Arbeit, meinen Kampfgeist ohne Antidepressiva, meinen selbst erarbeiteten Haushalt und so viel mehr… 

Ich hatte meinen Glauben an mich selbst gefunden und ab diesem Moment war ich wahrhaftig frei.

Auf dem Weg zur Bahnhaltestelle fing ich auf einmal an die Menschen wahrzunehmen, ihre Gesichter, die Haltung, die Mimik und ihre Gestik. Ich analysierte das Geschehen in meiner Umwelt, ich war von so vielen Dingen begeistert und war offen für alles, was die Welt für mich bereithielt.

Und ich kann dir nicht beschreiben, wie wundervoll ich dieses Gefühl von Selbstglaube und Selbstbewusstsein empfunden habe. Ich sprühte gerade so vor Ideen und Energie und war endlich bereit, mich für die Zukunft zu öffnen. 

Genau ab diesem Zeitpunkt fing ich an mich auf den Weg zu begeben, in dem ich meine Passion finden werde.

Was sich veränderte und wie es mir möglich war, das umzusetzen, was ich wollte, so wie es mir die erfolgreichen Menschen immer predigten, möchte ich dir gerne in den weiteren Podcast-Folgen erläutern. Ich werde noch genauer auf das Thema Selbstbewusstsein, also das Bewusstsein deiner selbst eingehen und darauf, wie du deine wahrhaftige Passion finden kannst.

Hierzu möchte ich dir gerne zwei Fragen bis zur nächsten Episode mit auf den Weg geben, die dir notieren und beantworten darfst. 

Die erste Frage lautet: Wofür wirst du von deinen Mitmenschen gelobt? Und die zweite Frage, mit der du dich beschäftigen darfst, lautet: Was hast du gerne gemacht, als du ein Kind warst?

Wenn du möchtest, darfst du dir gerne ein kleines Notizbuch besorgen, in dem du alle Aufgaben und Fragen deiner Reise notierst, denn all diese Aufgaben und Fragen, werden wir in den weiteren Podcast-Folgen bearbeiten.

Wenn dir diese Episode gefallen und weitergeholfen hat oder wenn du weitere Anregungen an mich und deinen Lebenswert-Podcast hast, dann hinterlasse mir einfach ein Kommentar auf Instagram unter @lebenswertpodcast oder sende mir gerne eine Nachricht.

Ich freue mich über dein Feedback und auf unseren gemeinsamen Weg durch ein Leben, das es wert ist, gelebt zu werden.

Ich drücke dich ganz fest, deine Nicole.

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